Ansverus HausEin Ort für geistliches Leben

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Feuchtgrauer Dunst und Goldgefunkel im Weihrauch

Durch Spiritualin Kirstin Faupel-Drevs angeregt, verbrachte eine Gruppe von Menschen, die mit dem Ansverus-Haus auf vielfältige Weise verbunden sind, eine Woche auf der Insel Iona in Schottland. Dort hat die Iona Community ihr geistliches Zentrum. Hier ein kurzer Rückblick von Yotin Tiewtrakul, Vorsänger am Ansverus-Haus:

Ich habe mir zwei Photos ausgesucht. Das erste zeigt, wie wir Iona zuerst gesehen haben: durch den feuchten Dunst hindurch, vor grauem Himmel. Wir hatten wahrlich einen langen Weg hinter uns, bevor die Abbey sich uns so zeigte. Zwei Tage waren wir unterwegs, und unsere Transportmittel waren: S-Bahn, zwei Flugzeuge, Bus, Fußwege natürlich auch immer, Eisenbahn, Fähre, Kleinbustaxi und noch eine Fähre.

Iona Abbey - wie wir sie zuerst gesehen haben: durch den feuchten Dunst hindurch.

Iona im Dunst. Für einige blieb es dann auch dabei: Zwar haben die Mitarbeitenden auf Iona die festungsartige Abteikirche als Gebets- und Gottesdienstort – aber es fehlte an Ruhe darin, vor allem die Gottesdienste am Abend waren nie vorhersehbar. Zwar gibt es feste Tagesabläufe – aber es war unklar, wer uns durch die Woche führte. Zwar wurde ein thematisches Programm angeboten – aber nie rundete sich ein Austausch. Man hatte das Gefühl, alles sei nur so ein bisschen angerissen gewesen. Vorläufigkeit scheint die Stärke dieses Ortes und dieser Gemeinschaft zu sein. Iona ist kein Ort zum Ankommen, sondern ein Ort, von dem aus man geschickt wird. Ich habe viel gelernt und wichtige Impulse und Fragen mitgenommen!

Im Innenhof von St Matthew's Westminster mit Fr. Philip und Fr. Peter.

Das zweite Photo zeigt uns mit Fr. Philip Chester und Fr. Peter Hanaway im Innenhof von St Matthew’s Westminster, einer Gemeinde in der Anglikanischen Kirche, allerdings mit einem starken Hang zu anglo-katholischen Riten. Das muss eines der letzten Photos sein. Nach der Woche auf Iona verbrachten wir noch das Wochenende in London im Gästehaus der genannten Gemeinde, die nah, sehr sehr nah, an der Westminster Abbey liegt. Zufall oder Vorsehung hatte es eingerichtet, dass ausgerechnet an dem Samstag die Westminster Abbey jedem Frommen und jeder Pilgerin geöffnet war: Man feierte den Gedenktag Edwards des Bekenners. Einmal im Jahr ist sein Schrein der Öffentlichkeit zugänglich und Menschengruppen knieten dort zum Gebet. Freilich gab es ein Hochamt voller Pomp und einen extra-feierlichen Evensong. Goldgefunkel und Weihrauch flutete unsere Sinne. Was für ein extremer Gegensatz zu dem feuchten Dunst auf Iona!

Und wo sind wir? Im Dazwischen. Auf dem Weg.

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